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Entwicklung nach Kriegsende

Kinderpurim, 2005 
© Foto: Silvia Hauptmann
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lebten noch wenige Jüdinnen und Juden in Leipzig und gründeten die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig neu. Bald fanden sie Unterstützung durch zurückkehrende und neu zuziehende jüdische Überlebende, welche einem jüdischen Leipzig wieder Leben einhauchten. Im Jahre 1949 zählte die Gemeinde 340 Personen.

Doch Politik und Missbilligung jüdischer Bürger_innen durch die SED sollten der Erholung jüdischen Lebens in Leipzig erneut im Wege stehen. Infolge einer antizionistischen und antisemitischen Kampagne im Jahre 1952 verließen viele jüdische Leipziger_innen die Stadt. "In den folgenden drei Jahrzehnten erhielt die kleine Jüdische Gemeinde von staatlichen Stellen zwar materielle Unterstützung, sie kam aber in der politischen Kultur und Öffentlichkeit der DDR fast nicht mehr vor. Die Jüdische Gemeinde in Leipzig war zuletzt überaltert und eine schleichende Auflösung war zu befürchten."*

Entwicklung seit 1990

Chanukka im Ariowitschhaus, 2011
© Foto: Silvia Hauptmann

Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten kamen die ersten Jüdinnen und Juden aus Osteuropa nach Leipzig. Die politischen Neuordnungen nach dem Zerfall der Sowjetunion ermöglichte es jüdischen Ausreisewilligen nach Deutschland einzureisen und mit ihrem Glauben vereint ein neues Leben zu beginnen. Dies hatte unter der zunehmenden Diskriminierung und Verfolgung jüdischer Glaubensgemeinschaften in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion massive Einschränkungen erlitten. Diese Neuanfänge schürten die Hoffnung, die jüdischen Gemeinden in Deutschland wieder aufzubauen und jüdische Traditionen wiederbeleben zu können.
In Leipzig fand die Jüdische Gemeinde hierzu seit dem Beginn neuer politischer Verhältnisse aktive Unterstützung durch die Stadtverwaltung. Auf unterschiedlichen Ebenen wurde begonnen den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken und Geschichte und Kultur des Judentums den Menschen nahe zubringen:
Veranstaltungshöhepunkte wie die "Jüdische Woche", die seit 1995 im Zweijahrestakt stattfindet, wirken in die Stadt hinein. Jüdische Kunst und Kultur sowie Veranstaltungen zu Vergangenheit und Gegenwart jüdischen Lebens in Leipzig finden für diese eine Woche große Aufmerksamkeit.
An jenem Ort in der Gottschedstraße, an dem die Hauptsynagoge gestanden hatte, die im November 1938 während der "Reichsprogromnacht" zerstört worden war, wurde im Jahre 2001 das Synagogen Mahnmal eingeweiht. Bronzene Stühle und Worte erinnern an jene, die einst in der Synagoge gesessen hatten.
Einen wichtigen Teil zur Lehre und Verbreitung jüdischen Wissens trägt seit 2005 das ToraZentrum Leipzig bei. Seit dem Jahre 2006 wird dem Leipziger Nachwuchs die Möglicheit geboten, in einem jüdischen Kindergarten Hand in Hand mit jüdischer Kultur und Tradition aufzuwachsen.
Ein besonderes Ereignis für die Begegnung jüdischen und nicht-jüdischen Lebens in Leipzig stellte die Eröffnung des Kultur- und Begegnungszentrums "Ariowitsch-Haus" im Mai 2009 dar, das mit seinem Programm aus jüdischer Kunst und Kultur ganz neue Dimensionen zu einem fröhlichen Miteinander ermöglicht.

Heute zählt die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig etwa 1300 Mitglieder.

*Quelle:
Steffen Held: "Juden in Leipzig. Ein geschichtlicher Überblick von Steffen Held.",
In: http://www.juedischesleipzig.de/deutsch/index.php, letzter Abruf: 2. März 2013.